Teil 3/7
Was wäre, wenn Stewardship finanziell anerkannt würde?

Was wäre, wenn Stewardship finanziell anerkannt würde?

Veröffentlicht 2025-07-03

Stellen wir uns vor: Sie nehmen den Zug statt das Auto, reparieren statt zu ersetzen, wählen eine nahegelegene Option, wenn sie sinnvoll ist, oder teilen, statt neu zu kaufen. Sie treffen nicht einfach nur „gute Entscheidungen“ — Sie schaffen und erhalten Wert.

Doch in der heutigen Wirtschaft bleibt dieser Wert meistens unsichtbar.

🌱 Was wäre, wenn wir die Logik umkehren?
Was wäre, wenn Fürsorge, Verantwortung und Stewardship nicht nur „wünschenswert“ wären, sondern auch konkret anerkannt würden? Nicht nur mit einem Dankeschön, sondern mit echten, greifbaren Vorteilen?

Finanzielle Anerkennung für nachhaltige Entscheidungen:

  • Was wäre, wenn jede Tram- oder Velofahrt, jede Reparatur oder jede umweltbewusstere Wahl zählen würde?
  • Was wäre, wenn das System Stewardship wertschätzen würde — und nicht nur Konsum?

Die grosse Ironie?
Grüne, biologische oder regionale Produkte sind oft teurer.
Man muss also manchmal mehr arbeiten und mehr produzieren, um sich bessere Entscheidungen leisten zu können.

💲Doch wofür bezahlen wir wirklich?
• Spiegelt dieser höhere Preis endlich die tatsächlichen ökologischen Kosten wider?
• Hilft er, die angesammelten Ungleichgewichte und vergangenen Auswirkungen zu korrigieren?

💡Neue Modelle stellen Genügsamkeit, Leben innerhalb planetarer Grenzen und Resilienz in den Mittelpunkt:

  • #circulareconomy Wiederverwenden, reparieren, recyceln — damit nichts verschwendet und Wert erhalten wird.
  • #doughnuteconomics Bedürfnisse erfüllen und gleichzeitig die Grenzen des Planeten respektieren.
  • #degrowth / Postwachstum Nicht grenzenloses Wachstum, sondern Suffizienz, Wohlergehen und ein neues Gleichgewicht.

Wie können wir diese Ideen in unserer alltäglichen wirtschaftlichen Realität verstärken?

⁉️Eine tiefere Frage:
Reicht es, weniger zu konsumieren — oder brauchen wir tatsächlich einen Übergang zu regenerativen Wirtschaftsformen, die Trends umkehren und wiederherstellen, was verloren gegangen ist?

So geht mydio.com diese Frage an:

  1. Wir bauen eine Plattform, die Handlungen gutschreibt, die Wert für die Natur und die Gemeinschaft schaffen und/oder erhalten
  2. Geeignete Handlungen bringen Punkte, die positive Wirkung sichtbar machen — nicht nur Kaufkraft
  3. Punkte können bei Partnern eingelöst werden, die Stewardship wertschätzen und sie dadurch sichtbarer und ansteckender machen

🔄 Die grosse Verschiebung:
Es geht um Balance: ein grobes Instrument feiner auszurichten — durch ein ergänzendes Register, das bewertet, was unser Wohlergehen trägt.

Es geht um Menschen: Was wäre, wenn „seinen Lebensunterhalt verdienen“ weniger mit immer mehr Produzieren zu tun hätte — und mehr mit Sorge tragen, Reparieren und Wiederherstellen?

Eine regenerative Wirtschaft: nicht nur gesündere Ökosysteme, sondern auch eine bessere Lebensbalance?

🌊 Ihr Tropfen in den Ozeanen zählt.
Feiern wir Stewardship und lösen wir eine Kettenreaktion aus — um Wert neu zu definieren und Wachstum neu auszurichten.

Frage:
Wenn Stewardship konkret anerkannt würde, was würden Sie anders machen?

🔗 Teil 1 und 2 verpasst? Why the Swiss Said No to Free Money & Money = Work = Worth: A Story We’ve All Inherited

Für einen tieferen Blick darauf, wie die Lücke zwischen geschaffenem Wert und erhaltener Anerkennung geschlossen werden kann, lesen Sie unseren Theory-of-Change-Rahmen.

Mehr dazu, warum Natur keine Wohltätigkeit ist, finden Sie in Nature is Not a Charity—It’s an Economic Imperative.

⏩ Als Nächstes: Wie messen wir, was wirklich zählt?


Von der Theorie zur Praxis

Dieser Artikel ist Teil einer breiteren Auseinandersetzung damit, wie Wert in der Gesellschaft geschaffen, anerkannt und verteilt wird.

Viele Tätigkeiten, die die Grundlagen menschlichen Wohlergehens erhalten, wiederherstellen oder stärken, schaffen Wert für Gemeinschaften und für die Natur. Dennoch bleibt dieser Wert in alltäglichen Wirtschaftssystemen weitgehend unsichtbar. Gleichzeitig werden Tätigkeiten, die finanzielle Erträge erzeugen, oft unmittelbar anerkannt und belohnt.

Die Theory of Change hinter My Drop in the Oceans untersucht, ob dieses Ungleichgewicht angegangen werden kann, indem erweitert wird, was Wirtschaftssysteme erkennen und wertschätzen.

Statt Stewardship als Wohltätigkeit, Opfer oder optionale Lebensstilentscheidung zu betrachten, gehen wir der Frage nach, ob Stewardship selbst eine Form der Wertschöpfung ist, die in der Wirtschaft sichtbarer und partizipativer werden kann.

Das bedeutet nicht, Märkte, Geld oder private Unternehmen zu ersetzen. Es stellt vielmehr eine Frage: Wenn gesunde Ökosysteme, resiliente Gemeinschaften und langfristige Stewardship realen Wert schaffen, wie kann dieser Wert dort sichtbarer werden, wo täglich wirtschaftliche Entscheidungen getroffen werden?

mydio.com ist eine praktische Umsetzung dieses Denkens. Die Plattform soll den Wert, der durch ausgewählte nachhaltige Entscheidungen entsteht, im alltäglichen wirtschaftlichen Handeln sichtbarer machen und dabei Stewardship, Beteiligung und greifbare Vorteile miteinander verbinden.

Häufig gestellte Fragen

Geht es darum, Menschen für „richtiges Verhalten“ zu belohnen?

Nicht genau. Es geht weniger um Belohnung als um Anerkennung. Viele Formen von Stewardship schaffen bereits Wert für Gesellschaft und Natur. Die Frage ist, ob Wirtschaftssysteme diesen Wert besser anerkennen können.

Wie hängt das mit mydio.com zusammen?

mydio.com ist eine praktische Umsetzung dieses Denkens. Die Plattform möchte ausgewählte nachhaltige Entscheidungen durch ein ergänzendes Punktesystem anerkennen, das bei teilnehmenden Partnern genutzt werden kann.

Hat das mit Degrowth, Doughnut Economics oder Kreislaufwirtschaft zu tun?

Der Artikel lässt sich von mehreren Denkschulen inspirieren, die hinterfragen, wie Wert gemessen und Wohlstand definiert wird. Der gemeinsame Nenner ist das Interesse an Wirtschaftsformen, die innerhalb ökologischer Grenzen funktionieren und zugleich menschliches Wohlergehen unterstützen.

Wo erfahre ich mehr?

Lesen Sie die Theory-of-Change-Seite für eine vertiefte Erklärung der Annahmen, der Logik und der langfristigen Vision hinter diesen Ideen.

Ursprünglich auf LinkedIn geteilt. Zur Diskussion
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